Aktuelle Links aus Heft 02-2026

Die Rubrik „Radio & Internet“ aus dem Radio-Kurier – weltweit hören (Heft 02/2026) ist auch hier online zu finden:

DEUTSCHLAND – Der NDR hat zum 100. Geburtstag von Siegfried Lenz (1926-2014) 16 Hörspiele wiederveröffentlicht. Sie stammen aus verschiedenen Schaffensperioden und umfassen sowohl Originalhörspiele, die exklusiv für den Hörfunk entstanden, als auch Adaptionen erzählerischer Werke. Einen Großteil der Hörspiele, die Siegfried Lenz schrieb, verfasste er ab 1947 für Nordwestdeutschen bzw. Norddeutschen Rundfunk. Höhepunkte der veröffentlichten Auswahl sind die zusammengehörigen Produktionen „Zeit der Schuldlosen“ und „Zeit der Schuldigen“ von 1960/61. Die beiden Politdramen setzen sich mit der Kollektivschuld in Diktaturen auseinander und greifen damit ein Schlüsselthema von Lenz auf. „Zeit der Schuldlosen“ erlangte große Bekanntheit, wurde für die Bühne adaptiert sowie verfilmt – und zuerst als Hörspiel veröffentlicht. Viel mehr unter: http://www.ndr.de/lenzhoerspiele. (https://www.ndr.de)

DEUTSCHLAND – Als „Propaganda“ 1928 erscheint, ist der Begriff bereits negativ konnotiert. Also prägt Edward Bernays ein anderes Wort – Public Relations – und erklärt, wie es gelingt, die Massen zu steuern. In seinem epochemachenden Buch begründete Bernays, warum es von elementarer Bedeutung ist, die Massen zu steuern – und erklärte an Beispielen, wie das geht. Er schuf Grundlagen für Unternehmens- und Regierungskommunikation und legte damit den Anfang einer Spur, die quer durchs 20. Jahrhundert führt – vorbei an Goebbels, am Aufstieg der Werbeindustrie, an Staatscoups und wissenschaftlichen Studien im Industrieauftrag – bis hin zur heutigen gesellschaftlichen Situation. Verschwörungstheorien und alternative Fakten sind Niederschlag eines lang genährten Misstrauens gegen alles, was im Dunstkreis jener Elite steht, die Bernays zufolge die Massen lenkt: Industrie, Politik, Medien, Wissenschaft. https://ww1.wdr.de/radio/wdr5/sendungen/hoerspiel-am-sonntag/propaganda-edward-bernays-100.html (52 Min.) (Dr. Jörn Krieger)

DEUTSCHLAND – Mit dem Jahr 2025 endeten auch die Radio-News von Kai Ludwig im RBB-Online-Angebot bei https://www.radioeins.de. Die drei Jahrzehnte lang zugelieferten Meldungen beschränkten sich nicht auf technische Details, sondern versuchten stets, den Gesamtkontext sowie die (geo-)politischen Dimensionen der aktuellen Entwicklungen zu beleuchten. Mit ihrer verständlichen Aufbereitung und ihrer großen Themenvielfalt eröffneten die Radio-News einem breiten Publikum einen Zugang zur Welt des internationalen Rundfunks. (Alexander Busneag)

GROSSBRITANNIEN – Vor 75 Jahren begann Radio Free Europe mit der Ausstrahlung von Nachrichten für ein Publikum hinter dem Eisernen Vorhang, in Bulgarien, der Tschechoslowakei, Ungarn, Polen und Rumänien. Rachel Naylor sprach für Witness History mit dem früheren stellvertretenden Direktor Arch Puddington. Die Folge findet man bei https://www.bbc.com/audio/play/w3ct74nt (9 Min 36, Englisch). (Charles Harlich WoR)

IRLAND – Am 1. Januar 1926 begann der Rundfunk des unabhängigen Irland. Auf der Website wurde bei https://www.rte.ie/archives/category/media/2026/0101/1548470-irish-broadcasting-begins mit Ausschnitten/Interview daran erinnert. Auf der Seite finden sich Hinweise zu weiteren denkwürdigen Rundfunkereignissen. Die Geschichte von Raidió Teilifís Éireann bzw. den Vorläufern wird traditionell bei https://www.rte.ie/archives/exhibitions/681-history-of-rte dargestellt. (Englisch) (Dr. Hansjörg Biener)


Website von RTE

LIECHTENSTEIN – Am 27. Oktober 2024 stimmte das Liechtensteiner Stimmvolk einer Initiative zur Aufhebung des Gesetzes über den Liechtensteinischen Rundfunk zu. Damit wurde das öffentlich-rechtliche Radio Liechtenstein abgeschafft und gibt es kein eigenes Hörfunkangebot in Liechtenstein mehr. Die Beweggründe wurden jetzt sozialwissenschaftlich aufgearbeitet: „Der Beitrag analysiert auf Basis einer gewichteten Online-Nachbefragung sowie einer Mediennutzungsstudie die Motive der Stimmberechtigten. Eine Feature-Importance-Analyse zeigt, dass ökonomische Beweggründe – insbesondere die wiederholte Notwendigkeit von Nachtragskrediten – die wichtigsten Faktoren für das Entscheidungsverhalten an der Wahlurne waren. Auch ausgewogenheitspolitische und ordnungspolitische Motive spielten eine relevante Rolle, aber vornehmlich auf der Seite der Befürwortenden des öffentlich-rechtlichen Rundfunks. Hinzu kommt das Desinteresse einer erheblichen Zahl von Stimmberechtigten am Medium Radio, das die meisten von ihnen zu einer Annahme des Volksbegehrens bewegte. Dieses strukturelle Problem dürfte sich in Zukunft noch verschärfen. Der Fall Liechtenstein unterstreicht die zentrale Bedeutung der Kostenwahrnehmung für die Legitimität öffentlich-rechtlicher Medien – auch in Abgabensystemen ohne direkte Haushaltsgebühr. Mehr findet man bei: https://www.inlibra.com/de/document/view/pdf/uuid/c2fa59ee-3b75-3172-8c9a-a298b13dffdd?page=1&toc=5600493.“ (Dr. Jörn Krieger)

LUXEMBURG – Katja Bergs Dissertation „Grenzenlose Unterhaltung. Radio Luxemburg in der Bundesrepublik 1957-1980“, die 2021 in der ZZF Schriftenreihe Medien und Gesellschaftswandel im 20. Jahrhundert im Wallstein Verlag erschienen ist, gibt es jetzt als PDF-Download: https://zeitgeschichte-digital.de/doks/frontdoor/deliver/index/docId/2814/file/berg_grenzenlose_unterhaltung_2021_de.pdf. „Radio Luxemburg gilt als Sonderfall in der deutschen Rundfunkgeschichte: Ab 1957 strahlte der kommerzielle Radiosender mit Sitz im Großherzogtum ein deutschsprachiges Hörfunkprogramm ins Nachbarland aus. Damit importierte er bis dato ungekannte Marktlogiken und Marketingstrategien in das bundesdeutsche Mediensystem. Die Mitarbeiter des öffentlich-rechtlichen Hörfunks standen somit vor großen Herausforderungen: Während sie sich vor allem dem gesetzlichen Programmauftrag verpflichtet fühlten, orientierte sich Radio Luxemburg fast ausschließlich an der Nachfrage des Publikums. Von beiden Seiten fanden inhaltliche Annäherungsprozesse statt. Der Rundfunk als primäres Kulturgut wandelte sich immer stärker zu einem Wirtschaftsgut. Katja Berg zeigt, welche Debatten und Veränderungen aus der Konfrontation zweier unterschiedlicher Rundfunksysteme folgten. Sie kommt zu dem Ergebnis, dass durch die Existenz Radio Luxemburgs in der Bundesrepublik de facto bereits vor der Liberalisierung des Rundfunks in den 1980er Jahren ein duales Mediensystem
entstand.“ (Dr. Jörn Krieger)

Links und ergänzende Links zu Radio-Kurier – Artikeln (Heft 02/2026):

XHDATA D-219
https://www.xhdata.com.cn/products/xhdata-d-219-radio

Weitere Links in der Reihenfolge ihres Erscheinens im Radio-Kurier – weltweithören (Heft 02/2026):
https://www.rbb24.de/panorama/beitrag/2025/12/radioeins-medienmagazin-moderator-joerg-wagner-ruhestand-teresa-sickert-uebernimmt.html
https://www.sueddeutsche.de/medien/rbb-joerg-wagner-hoert-auf-kritik-schlesinger-ulrike-demmer-li.3356307
https://dx-camps.de/files/Anmeldung_He_26.pdf

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